Jetzt bewerben: Promotionsstellen in Frauenklinik und Urologie
Allgemeine Informationen
Anforderungen:
- Interesse an experimenteller Forschung: Freude an Labor- und Mikroskoparbeit
- Frühestmöglicher Start: Oktober 2026
- Zeitliche Verfügbarkeit: Bereitschaft, zwei Freisemester für die Promotion einzuplanen
- Teilnahme an regelmäßigen Pflichtveranstaltungen des GRKs ist verpflichtend
- Voraussetzung: Während des Stipendiums darf kein Arbeitsverhältnis mit dem Land Baden-Württemberg oder dem Universitätsklinikum Tübingen bestehen
Was wird geboten?
- Stipendium: Eine Vergütung von 1.095€ monatlich für 12 Monate
- Individuelle Betreuung: Enge Begleitung durch erfahrene Ärzt:innen und Wissenschafter:innen
- Interdisziplinarität: Zusammenarbeit mit einem Team aus verschiedenen Fachdisziplinen (Ingenieur*innen, Ärzt*innen, Laborant*innen) im innovativen Umfeld des GRKs
Universitäts-Frauenklinik (1 Stelle, Bewerbungsfrist: 11.09.26)
Thema der Promotion: Feasibility-Studie zur Anwendung der mikroskopischen Hyperspektralbildgebung (MicroHSI) an deparaffinierten Gewebeschnitten von Stanzbiopsien zur Unterscheidung von benignem und malignem Brustgewebe sowie zur Erfassung von Therapieeffekten am Beispiel der Behandlung mit nicht-invasivem physikalischem Plasma (NIPP).
Hintergrund: Das Mammakarzinom stellt die häufigste Krebserkrankung bei Frauen dar. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Mammographie und Magnetresonanztomographie liefern wichtige Informationen über das Ausmaß der Erkrankung. Eine rein bildgebende Diagnostik erlaubt jedoch keine histologische Sicherung der Diagnose. Insbesondere ist die zuverlässige Bestimmung der Dignität eines Befundes allein mittels apparativer Diagnostik nicht in allen Fällen möglich. Histologische Untersuchungen von mittels Biopsie gewonnenem Gewebe liefern hingegen essenzielle Informationen zur Beurteilung der Dignität.
Ziel dieser Arbeit ist es, mithilfe der Hyperspektralmikroskopie (microHSI) Unterschiede zwischen benignem und malignem Gewebe in Stanzbiopsieproben der Brust zu untersuchen.
Patientenkohorte: Eingeschlossen werden Patientinnen mit Mammakarzinom, die eine primär operative Therapie im Sinne eines ablativen Vorgehens erhalten, sowie Patientinnen, die sich einer risikoreduzierenden Mastektomie bei bildgebend ausgeschlossenem Mammakarzinom unterziehen.
Wie sieht der weitere Prozess aus?
Senden Sie uns bis zum 11.09.2026 Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (max. 1 Seite) an alicia.armbruster@med.uni-tuebingen.de.
Wir werden uns danach zeitnah melden und ggf. einen Vorstellungstermin vereinbaren.
Universitätsklinik für Urologie (2 Promotionsstellen)
Thema der Promotion: Urine‑basiertes Mechanophenotyping zur nicht‑invasiven Graduierung und Risikostratifizierung von Blasenkarzinomen
Ziel: Ziel dieses Projekts ist es zu prüfen, ob sich die Aggressivität von Blasenkrebs anhand der mechanischen Eigenschaften von im Urin ausgeschiedenen Tumorzellen zuverlässig einschätzen lässt. Dazu messen wir die „Weichheit“ (Elastizität) dieser Zellen und vergleichen sie mit passenden Tumor- und Gewebeproben aus der Harnblase, um zu klären, ob urin‑basierte mechanische Fingerabdrücke zur nicht‑invasiven Graduierung und Risikostratifizierung von Blasenkrebs genutzt werden können.
Voraussetzung: Die Projekte laufen über zwölf Monate und erfordern eine Vollzeittätigkeit im Labor.
Hintergrund und Vorgehen: Blasenkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen der Harnwege und ist mit einem hohen Risiko für Rückfälle, Fortschreiten der Erkrankung und krebsbedingte Sterblichkeit verbunden, insbesondere dann, wenn der Tumor in die Blasenmuskulatur eingewachsen ist. Trotz Standardtherapien wie radikaler Blasenentfernung, platinbasierter Chemotherapie und, in jüngerer Zeit, Immuntherapien mit sogenannten Checkpoint‑Hemmern kommt es bei vielen Patientinnen und Patienten zu Therapieversagen und einer begrenzten Langzeitüberlebenszeit.
Vor diesem Hintergrund suchen wir nach schonenden, nicht‑invasiven Verfahren, um Blasenkrebs besser diagnostizieren und einordnen zu können. Im Urin werden ständig Zellen aus der Blasenschleimhaut (Urothelzellen) ausgeschieden. Diese Zellen wollen wir nutzen, um Rückschlüsse auf das Stadium und die Aggressivität des Blasenkrebses zu ziehen, idealerweise so, dass sich allein aus einer Urinprobe Hinweise darauf ergeben, wie „fortgeschritten“ ein Tumor ist.
Wir vermuten, dass hochgradige Blasentumoren durch eine geringere Steifigkeit von Zellen und Gewebe gekennzeichnet sind, das heißt: Ihre Tumorzellen und ihre Umgebung sind weicher und leichter verformbar als bei niedriggradigen Tumoren. Mit Hilfe der Rasterkraftmikroskopie (Atomic Force Microscopy, AFM) messen wir die Elastizität von aus dem Urin gewonnenen Tumorzellen und vergleichen diese Messprofile mit passenden patientenabgeleiteten Organoiden (PDOs) sowie Gewebeproben aus Blasenspiegelungen (TUR-B) und Blasenresektionen (Zystektomien). Wir erwarten, dass weichere, elastischere Zellen und Gewebe mit hochgradiger Erkrankung einhergehen und mit bestimmten mechanobiologischen Mustern verknüpft sind, zum Beispiel veränderter F‑Aktin‑Organisation, verstärktem Umbau der extrazellulären Matrix (Kollagen I–III, MMP2/MMP9) und der Aktivierung mechanosensitiver Signalwege (YAP, PIEZO1). Dieser auf Urin basierende biomechanische „Fingerabdruck“ könnte eine minimalinvasive Graduierung und Risikostratifizierung von Blasenkrebs ermöglichen.
Unser Ziel ist es, aus all diesen Messungen eine Art „mechanischen Fingerabdruck“ der Tumoren zu entwickeln. Langfristig könnte so – gestützt auf AFM‑basierte Messungen an urinderivierten Tumorzellen – ein urinbasiertes, nicht‑invasives Verfahren entstehen, mit dem Blasenkarzinome erkannt, ihrem Schweregrad zugeordnet und ihr Risikoprofil besser eingeschätzt werden können.
Wie sieht der weitere Prozess aus?
Senden Sie bitte Ihren Lebenslauf und ein Motivationsschreiben (max. 1 Seite) an Maria.Luisa.Barcena@med.uni-tuebingen.de.